schon verpasst, oder nicht?

18.03.2012

Joachim Kortner liest


aus seinem Roman Raststraße, benannt nach der Adresse in Coburg, die er als Jugendlicher mit seiner Familie bezog.

"Raststraße"- der Buchtitel erscheint harmlos. Der Roman hat es aber in sich: diese fünfziger Jahre sind eine gefährliche und verrückte Zeit. Jakobs Eltern verdrängen die Erinnerungen an den Krieg und an das düstere Loch in der eigenen Familiengeschichte. Elvis, Rock Around the Clock und der erste Eis-Italiener lassen bei ihm kritische Fragen gar nicht erst aufkommen. Fern und unwirklich die Atombombentests der Großmächte, doch die niedergewalzten Volksaufstände in der DDR und in Ungarn finden vor der Haustür statt. Wütend, voll von Hass und Enttäuschung erlebt der aufgewühlte Junge diese Katastrophen, will eingreifen … Der Autor Joachim Kortner erhebt den neun- bis schließlich neunzehnjährigen Jakob zum Chronisten seiner Zeit. Ein packendes und konturenscharfes Milieubild der bundesdeutschen Nachkriegszeit, atmosphärisch hoch verdichtet – so die Kurzbeschreibung bei Amazon.

Joachim Kortner wurde 1939 in Oppeln/Oberschlesien, dem heutigen Opole geboren. Als Fünfjähriger erlebt er die Flucht vor der herannahenden Ostfront, die ihn und seine Familie in der scheinbaren Idylle eines brandenburgischen Dorfes überrollt. Im Jahr der Berlinblockade 1948 gelingt der Mutter mit den Söhnen die lebensgefährliche Flucht aus der russisch besetzten Zone mit einem Fluchthelfer in den Westen. Nach dem Abitur in Coburg folgten Studium und pädagogische Berufstätigkeit. 


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