schon verpasst, oder nicht?

05.05.2018

SÜD/NORD! Duo Kathrein


19.30 h Elsa47,  Walburer Weg 10   

Violine: Kathrein Allenberg, Klavier: Anne-Kathrein Jordan.

Süd / Nord:  ein reizvolles, farbenreiches Programm für Violine und Klavier.

Der Titel Süd / Nord steht für Spanien und Norwegen und ist eine Einladung, diese beiden Länder am südlichsten und nördlichsten Ende des europäischen Festlandes musikalisch zu entdecken. Der Süden Spaniens liegt über 7700km vom Norden Norwegens entfernt.

Spanien hat musikalisch große Vielfalt zu bieten, da es christliche, jüdische und muslimische Kulturelemente vereint.

In der Violinsonate von Joaquin Turina mit dem Untertitel „Sonata espagnola“ muten viele der melodischen Linien zigeunerhaft oder sogar andalusisch an. Hier lernt man den Zortziko, einen baskischen Tanz im Fünferrhythmus, kennen.

Das Klaviersolostück von Isaak Albeniz mit Namen Almería beschreibt die andalusische Hafenstadt und basiert locker auf Tarantas, einer Flamencoform, die charakteristisch für die Region von Almería ist.

El vito, "der (heilige) Veit" des großen spanischen Geigenvirtuosen Pablo de Sarasate ist ein ursprünglich traditionelles Tanzlied aus Andalusien. Typisch für diese Variante des Bolero ist, dass sie mit Stierkampfschritten vorgetragen und von Frauen gesungen wird. Der Name des Tanzes hat mit der als "Veitstanz" bekannten Krankheit zu tun.

Auf spanische Volkslieder geht Manuel de Falla's Suite populaire espagnole zurück. Es handelt sich um Arrangements der Siete canciones populares espagnoles, sieben spanischer Volkslieder.  Sechs davon sind in die Suite eingegangen, darunter das bekannte Wiegenlied (Nana), das maurische Eröffnungsstück und die Tänze Polo und Jota, bei denen man beinahe das Klappern der Kastagnetten hören kann. 

Auch die nordische "Schule", deren Tonsprache uns weniger exotisch erscheint,verwendet Volkstänze und -lieder als kompositorische Elemente. In der letzten, dritten Violinsonate op.45 in c-moll beweist Edvard Grieg seine Fähigkeit, die klassisch-romantische Form wirkungsvoll durch norwegisches Nationalkolorit zu bereichern. Literaturkennern ist diese Sonate durch Thomas Manns Roman Doktor Faustus ein Begriff. Der große Romancier spielte sie auch selbst, was wahrlich verblüfft, denn die technischen Anforderungen sind enorm. Etwa 20 Jahre nach der zweiten Sonate entstanden, nannte Grieg sie selbst „die Weiträumige“. Mit zwei Seelen in der Brust hat der norwegische Komponist die Gegensätze von Nähe und Distanz, von Leidenschaft und Verzagtheit, lyrischem Sangeston und expressiver Klangsprache kompositorisch durchmessen. Norwegische Folklore wird nicht zum Programm, sondern erhöht den individuellen Reiz der Griegschen Tonsprache.


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